Oper

 

VON L’ORFEO (1607) BIS THE NEW PRINCE (2017)

»Eine so außergewöhnliche Aufführung wie die von Opera North am letzten Freitag im Grand Theatre ist mehr als ein Vergnügen. … Ich erinnere mich an wenige [Falstaff-]Vorstellungen, die so exzellent dirigiert waren, und die ganze Produktion war geprägt von einer solchen Wahrhaftigkeit und Geradlinigkeit, dass ich danach in die windige und nasskalte Nacht von Leeds hinaustrat und bei mir dachte, dass es vielleicht doch etwas gibt, wofür es sich zu leben lohnt. Soviel Wäre, soviel Weisheit und soviel reine Menschlichkeit…«
Rodney Milnes, The Times (London)

 

Seine Liebe zur Musik entdeckte Steven Sloane bereits in jungen Jahren als Sänger und Bratschist. Er war in verschiedenen Chören aktiv, sang in Musicals und Volksmusikgruppen und begann sogar eine Ausbildung zum Kantor. Alles, was mit Gesang zu tun hat, liegt ihm darum bis heute ganz besonders am Herzen.

Als Erster Kapellmeister an der Oper Frankfurt (1988–92) dirigierte er dort Stücke wie Le nozze di Figaro, La clemenza di Tito, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Hoffmanns Erzählungen, Lohengrin, Tosca, La traviata, Iphigénie en Tauride, Macbeth, Rigoletto, Il barbiere di Siviglia und Carmen. Während dieser Zeit war er auch regelmäßig zu Gast an der New York City Opera, und die von ihm geleitete Produktion von Cavalleria rusticana und Pagliacci wurde von PBS in der Reihe Live from Lincoln Center landesweit im Fernsehen übertragen.

Mittlerweile ist Steven Sloane ein international gefragter Operndirigent, und sein breites Repertoire reicht von Publikumslieblingen von Mozart, Puccini, Verdi und Wagner über seltener gespielte Werke von Schostakowitsch (Tscherjomuschki) und Schumann (Genoveva) bis hin zu wichtigen Uraufführungen. Besondere Wertschätzung genießt er als Interpret der großen Opern von Leoš Janáček, dessen Jenufa er bereits in drei verschiedenen Sprachen dirigiert hat. Er arbeitet regelmäßig mit renommierten Regisseuren wie David Pountney, Barrie Kosky, Katharina Thalbach, Robert Carsen, Keith Warner, Tim Albery, Christopher Alden und Richard Jones.

Steven Sloane war Music Director an der Long Beach Opera in Kalifornien (1992–95), bei Opera North (1999–2003) und beim Spoleto Festival USA (1996-2000); seit 2015 bekleidet er diese Position bei Operafront in Amsterdam. Während seiner Zeit bei Opera North wurde das Ensemble dreimal für den National Theatre Award nominiert.

»In musikalischer Hinsicht zeichnete sich die Aufführung vor allem durch das detailreiche und präzise Dirigat von Steven Sloane aus.«
The Guardian über eine Aufführung der Opera North von Brittens A Midsummer Night’s Dream

Steven Sloane hat schon an vielen großen Opernhäuser der Welt gastiert, etwa am Royal Opera House, Covent Garden, an der Los Angeles Opera, Welsh National Opera, Houston Grand Opera, Oper Stuttgart, der Deutschen Oper Berlin, San Francisco Opera, Dutch National Opera, New York City Opera, an der Oper von Kopenhagen und am Grand Théâtre de Genève, an der Seattle Opera und der New Israeli Opera. Darüber hinaus tritt er auch regelmäßig bei den großen Festivals in Hong Kong, Santa Fe, Edinburgh, Lincoln Center (NYC), Flandern und Salzburg auf.

2003 leitete Steven Sloane das American Composers Orchestra in der konzertanten Aufführung einer echten Opernrarität: Samuel Barbers Anthony and Cleopatra, mit der 1966 die neue Metropolitan Opera im Lincoln Center eröffnet wurde und die damals zu Unrecht wenig Anklang bei Publikum und Kritikern fand. Die Aufführung des ACO hat viel zur Ehrenrettung dieses Werkes beigetragen.
»Dank gebührt Steven Sloane, dem unternehmungslustigen Musikdirektor des American Composers Orchestra, der am letzten Sonntag einem großen Publikum die Möglichkeit gab,
dieses Stück in der Carnegie Hall konzertant zu erleben. Sein dynamisches und schwungvolles Dirigat brachte den Reiz dieser Musik bestens zur Geltung.«

Anthony Tommasini, The New York Times

2006, 2007 und 2008 leitete Steven Sloane die Bochumer Symphoniker bei Aufführungen von Bernd Alois Zimmermanns monumentaler Oper Die Soldaten, die im Mittelpunkt der Ruhrtriennale stand. Mit dieser Produktion begann 2008 auch das Lincoln Center Festival, und im New Yorker nannte Alex Ross das Gastspiel der Bochumer »eine der 10 besten Aufführungen des Jahres 2008«.

Alex Ross, writing in The New Yorker, singled out the New York event as “one of the 10 best performances of 2008”.

»Die Rückkehr der [Soldaten] markierte den Höhepunkt des diesjährigen Lincoln Center Festival. Rund 1000 Zuhörer hatten sich am Montag in der Exerzierhalle der Park Avenue Armory eingefunden, wo sie ein extrem kraftvoller Musiktheaterabend erwartete. Die Bochumer Symphoniker klangen exzellent unter dem meisterhaften Dirigat von Steven Sloane.«
The Boston Globe

Steven Sloane engagiert sich immer wieder für zeitgenössische Opern und hat diverse Uraufführungen geleitet, etwa von Elliott Goldenthals Grendel, Robin de Raaffs Waiting for Miss Monroe, Hans Werner Henzes Gisela! und Stewart Wallaces The Bonesetter’s Daughter, sowie die USA-Premiere von Mark-Anthony Turnages Anna Nicole.

»Dirigent Steven Sloane ließ das Orchester rhythmisch prägnant, resolut und durchhörbar aufspielen.«
The New York Times über Anna Nicole

Zu seinen letzten Verpflichtungen gehören die Uraufführungen von Mohammed Fairouzs The New Prince und Moritz Eggerts Caliban an der Dutch National Opera sowie eine Neueinstudierung von Aribert Reimanns Medea an der Komischen Oper Berlin.

 

OPERA REPERTOIRE (partial listing)

BÉLA BARTÓK
Herzog Blaubarts Burg

ALBAN BERG
Wozzeck

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Fidelio

GEORGES BIZET
Carmen

BENJAMIN BRITTEN
A Midsummer Night’s Dream
The Rape of Lucretia
Albert Herring

ROBIN DE RAAF
Waiting for Miss Monroe

CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK
Iphigénie en Tauride

ELLIOT GOLDENTHAL
Grendel

ENGELBERT HUMPERDINCK
Hänsel und Gretel

LEOŠ JANÁČEK
Katja Kabanova
Jenůfa
Osud
Das schlaue Füchsen
Die Sache Makropoulos

RUGGERO LEONCAVALLO
I Pagliacci

PIETRO MASCAGNI
Cavalleria rusticana

CLAUDIO MONTEVERDI
L’Orfeo

WOLFGANG AMADEUS MOZART
Così fan tutte
La finta giardineira
La clemenza di Tito
Die Zauberflöte
Le nozze di Figaro

MODEST MUSSORGSKY
Boris Godunov

JACQUES OFFENBACH
Hoffmans Erzählungen

GIOVANNI BATTISTA PERGOLESI
La serva padrona

SERGEI PROKOFIEV
Die Liebe zu den drei Orangen

GIACOMO PUCCINI
Il trittico
Tosca
Turandot
La bohème
Madama Butterfly

HENRY PURCELL
Dido and Aeneas

GIOACHINO ROSSINI
Il barbiere di Siviglia

DMITRI SHOSTAKOVICH
Moscow, Cheryomushki

RICHARD STRAUSS
Salome
Der Rosenkavalier

ROBERT SCHUMANN
Genoveva

PYOTR ILYICH TCHAIKOVSKY
Eugene Onegin

MARK-ANTHONY TURNAGE
Anna Nicole

GIUSEPPE VERDI
La Traviata
Un ballo in maschera
Falstaff
Rigoletto
Macbeth
Simon Boccanegra

RICHARD WAGNER
Tristan und Isolde
Lohengrin
Der fliegende Holländer
Parsifal

STEWART WALLACE
The Bonesetter’s Daughter

KURT WEILL

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Die Dreigroschenoper
Der Weg der Verheißung
Die sieben Todsünden